1. Die Eidergehölze sind ein unverzichtbarer Biotopverbund
Die kilometerlangen Baum- und Strauchreihen verbinden Lebensräume miteinander. Sie bilden „grüne Wanderwege“ für Tiere, ermöglichen den Austausch zwischen Populationen und sind damit ein wichtiger Bestandteil des Biotopverbundes.
2. Zerstörung wertvoller Lebensräume
Alte Weiden, Pappeln und andere Ufergehölze bieten Brutplätze, Höhlen, Nahrung und Verstecke für zahlreiche Vogel-, Fledermaus-, Insekten- und Säugetierarten. Was über Jahrzehnte gewachsen ist, lässt sich nicht kurzfristig ersetzen.
3. Gefahr für den Vogelschutz
Die Eider-Treene-Sorge-Niederung gehört zu den bedeutenden Natur- und Vogelschutzräumen Schleswig-Holsteins. Das EU-Vogelschutzgebiet umfasst über 15.000 Hektar und schließt Flussläufe mit ihren typischen Uferzonen ausdrücklich ein. (Bundesamt für Naturschutz)
4. Natura 2000 verpflichtet zum Schutz des europäischen Naturerbes
FFH- und Vogelschutzgebiete bilden gemeinsam das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000. Ziel ist ausdrücklich die Erhaltung und Entwicklung natürlicher Lebensräume und gefährdeter Arten – nicht deren großflächige Verschlechterung. (schleswig-holstein.de)
5. Ein einzigartiges Landschaftsbild würde verloren gehen
Die alten Ufergehölze prägen seit Generationen das Gesicht der Mitteleider. Eine Abholzung auf rund 50 Kilometern würde die Eiderlandschaft dramatisch verändern und aus einer abwechslungsreichen Flusslandschaft vielerorts eine kahle, ausgeräumte Landschaft machen.
6. Ein schwerer Schlag für Tourismus und Naherholung
Die Eider ist ein bedeutender Raum für Radfahrer, Spaziergänger, Kanuten, Angler und Naturfreunde. Gerade die Verbindung von Wasser, Wiesen und alten Bäumen macht ihren besonderen Reiz aus. Eine kahle Eider verliert an Schönheit – und damit auch an touristischer Attraktivität.
7. Alte Bäume können nicht einfach „nachgepflanzt“ werden
Ein frisch gepflanzter Baum ersetzt keinen 60 Jahre alten Uferbaum. Baumhöhlen, Rindenstrukturen, große Kronen und jahrzehntelang gewachsene ökologische Beziehungen entstehen erst nach vielen Jahrzehnten.
8. Die Abholzung kostet möglicherweise viele Millionen Euro
Ein Projekt dieser Größenordnung verursacht nicht nur Kosten für das Fällen und Abtransportieren der Bäume. Hinzu kommen Planung, Genehmigungen, ökologische Untersuchungen, Verkehrssicherung und mögliche Folgemaßnahmen. Bevor ein solches Projekt umgesetzt wird, müssen Kosten und Nutzen vollständig und transparent offengelegt werden.
9. Die Mitglieder und Grundstückseigentümer könnten finanziell belastet werden
Die Finanzierung des Eider-Treene-Verbandes erfolgt über Beiträge seiner Mitglieder. Der Verband erläutert selbst, dass die Beitragshöhe durch die Verbandsgremien im Rahmen der Haushaltssatzung festgesetzt wird. Steigende Investitions- und Betriebskosten können deshalb letztlich auch zu höheren finanziellen Belastungen führen. (eider-treene-verband.de)
10. Es müssen Alternativen geprüft werden – bevor 50 km Natur verschwinden
Der Eider-Treene-Verband nennt selbst neben Wasserwirtschaft und Deichschutz auch die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Naturschutz als Aufgabe. Deshalb muss gelten: Erst alle schonenderen Alternativen prüfen, bevor eine einmalige Kulturlandschaft großflächig zerstört wird. (eider-treene-verband.de)
Unser Appell
50 Kilometer Eidergehölze dürfen nicht verschwinden!
Wir sagen Ja zum notwendigen Hochwasserschutz und zur Deichsicherheit – aber Nein zur vorschnellen und großflächigen Abholzung einer einzigartigen Flusslandschaft.
Die Eider braucht Sicherheit und Natur.
Darum fordern wir:
- eine unabhängige Prüfung aller Alternativen
- den Schutz wertvoller Ufergehölze
- vollständige Transparenz über die tatsächlichen Kosten
- die Beachtung von Natura-2000-, FFH- und Vogelschutzbelangen
- und eine Lösung, die Deichschutz, Natur und Landschaft miteinander verbindet.
Für unsere Eider. Für unsere Landschaft. Für unsere Natur. Für kommende Generationen.